

Die Häufigkeit der terminalen Niereninsuffizienz ist
im Kindes- und Jugendalter wesentlich geringer
als bei Erwachsenen. Aufgrund eines dauerhaften
Nierenversagens müssen in Deutschland jährlich
150 Kinder mit einer Nierenersatztherapie beginnen.
Zwei Drittel der Betroffenen sind Kinder mit an-
geborenen Nierenerkrankungen. Derzeit müssen
sich in Deutschland rund 250 Kinder und
Jugendliche regelmäßigen Dialysebehandlungen
unterziehen, wobei das Hämodialyseverfahren
und das Peritonealdialyseverfahren ungefähr zu gleichen
Teilen angewandt werden. Jährlich erhalten rund 110 Kinder in Deutschland eine Spenderniere.
Grundsätzlich unterscheiden sich die Nierenersatzverfahren (Hämodialyse, Peritonealdialyse, Nierentransplantation) nicht von denen der Erwachsenenmedizin. Dennoch gibt es verfahrens-
technische Besonderheiten und darüber hinaus kinderspezifische medizinische und psychosoziale Aspekte. Alle Verfahren der Nierenersatztherapie werden unter eigenen Menüpunkten im Folgenden erläutert.
Die Nierenzentren für Kinder und Jugendliche des KfH sind speziell auf den besonderen Behandlungs- und Betreuungsbedarf von Kindern und Jugendlichen mit terminaler Niereninsuffizienz abgestimmt. Niereninsuffiziente Kinder und Jugendliche sollten deshalb in einem der mittlerweile 14 spezialisierten
KfH-Nieren-
zentren für Kinder und Jugendliche ärztlich, pflegerisch und psychosozial behandelt werden. Unsere nephrologisch erfahrenen Ärzte behandeln die Kinder und Jugendlichen in der Prädialyse-
phase, um das endgültige Nierenversagen soweit als möglich hinauszuzögern, im besten Fall sogar den Eintritt der Dialysepflichtigkeit zu verhindern. Wird dennoch eine Nierenersatztherapie notwendig, erläutern sie alle Formen der Nierenersatzbehandlung und empfehlen eine auf die individuellen
Bedürfnisse der dialysepflichtigen Kinder und Jugendlichen abgestimmte Behandlungsform.
In den KfH-Nierenzentren für Kinder und Jugendliche besteht ein ständiger Bereitschaftsdienst von nephrologisch und pädiatrisch erfahrenen Ärzten und examinierten Pflegekräften für Kinder. Darüber hinaus werden die Kinder und Jugendlichen durch ein psychosoziales Rehabilitationsteam betreut; dazu gehören Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter, Ernährungsberater und Erzieher für alle Altersgruppen der Kinder und Jugendlichen.



